Rheinische Post - Mönchengladbacher Stadtpost - Donnerstag, 18. Dezember 2025

So weit ist der Glasfaser-Ausbau

Immer wieder berichten Bürger von Problemen bei den Arbeiten für schnelleres Internet - aktuell in Rheindahlen. Der Anbieter sieht keinen Grund zur Beunruhigung. Doch wie kommen die Arbeiten in der Stadt insgesamt voran?


von Timo Sieg

Mönchengladbach (RP). Was eigentlich das Leben erleichtern soll, wird Anwohnern immer wieder zum ärgernis: Es gibt einige Fälle, in denen der Glasfaser-Ausbau vor ihrer Haustür stockt - ebenso wie die Kommunikation mit den Anbietern. Erst kürzlich meldete sich ein Bürger aus Rheindahlen bei unserer Redaktion. Der Ausbau in Rheindahlen solle Anfang 2026 beginnen. Das hält er für unrealistisch, schließlich sollte sein Stadtteil erst nach Wickrath drankommen, wo die Arbeiten noch laufen. Außerdem seien Wegmarkierungen in seinem Beritt inzwischen durch Witterung verschwunden, müssten nun neu gezogen werden. "Also alle Arbeit für die Katz".

Giganetz sieht Zeitplan nicht in Gefahr In Mönchengladbach arbeiten mehrere Unternehmen an der Glasfaser-Infrastruktur. Für Rheindahlen ist die Deutsche Giganetz zuständig. Auf Anfrage unserer Redaktion sagt eine Sprecherin, dass die Wegmarkierungen temporär seien und oft verblassen würden, das sei normal. Den Zeitplan für den Glasfaser-Ausbau in dem Viertel sieht sie eigenen Angaben zufolge nicht in Gefahr: "Der Tiefbau in Rheindahlen findet wie geplant statt. Die Maßnahmen starten voraussichtlich im ersten Quartal 2026 - je nach Witterungsbedingungen. Im Anschluss folgt der Ausbau in Hardt." In Wickrath sei der Tiefbau schon abgeschlossen, ebenso in Odenkirchen. Aktuell würden dort Hausanschlüsse gelegt.

Wie weit ist der Glasfaser-Ausbau in Mönchengladbach? All diese Arbeiten sollen zu einem großen Ziel führen: eine vollständige flächendeckende Glasfaserversorgung in Mönchengladbach bis 2030. So sieht es auch die Gigabit-Strategie der Bundesregierung für ganz Deutschland vor. Man will also 100 Prozent. Aktuell ist man in Mönchengladbach bei fast der Hälfte: "Bei etwa 59.000 Haushalten ist der Ausbau abgeschlossen, das sind rund 42 Prozent von allen Haushalten in der Stadt. Weitere 26.000 Haushalte, also 19 Prozent, sind bereits im Ausbau", sagt Benjamin Heuser, städtischer Gigabit-Koordinator, im Gespräch mit unserer Redaktion. Insgesamt gebe es rund 140.000 Haushalte in Mönchengladbach. Wie der Fortschritt mit Blick auf die Jahresmarke 2030 vorangeht? "Wir hatten ein absolutes Rekordjahr", fasst er zusammen, "damit bin ich sehr zufrieden."

Wie steht Mönchengladbach im NRW-Vergleich da? Im Mai 2025 hat das Digitalministerium des Bundes einen Bericht zum Stand des Glasfaser-Ausbaus in ganz Deutschland veröffentlicht. Zu dem Zeitpunkt lag Mönchengladbach nach Angaben von Heuser mit rund 33 Prozent noch etwas weiter hinten als jetzt, damit aber trotzdem ziemlich nah am NRW- sowie Bundesschnitt im Sommer (35,3 Prozent bzw. 35,7 Prozent). In den vergangenen Monaten hat Mönchengladbach Heuser zufolge noch einmal einen ordentlichen Sprung gemacht. "Im Vergleich mit Referenzstädten wie Neuss und Krefeld stehen wir sehr gut da." Auch mit Düsseldorf sei man gleichauf.

Wie es mit dem Glasfaser-Ausbau weiter geht Selbstverständlich ist das nicht, schließlich gab es in der Vergangenheit größere Probleme, die Vermarktung in Wickrath und Odenkirchen war zwischenzeitlich "krachend gescheitert", wie es Heuser seinerzeit selbst beschrieb. Jetzt ist die Stimmung optimistischer. Auf den letzten Metern sieht Heuser noch eine Hürde: "Es wird Restadressen geben, zum Beispiel einzelne Bauernhöfe, wo die Privatwirtschaft an ihre Grenzen kommt." Will heißen: Hier versprechen sich Unternehmen keinen Gewinn und bauen dementsprechend womöglich nicht aus. In dem Fall wolle man auf Fördermittel zurückgreifen. Um auf 100 Prozent zu kommen.



Entnommen aus der Rheinischen Post, Ausgabe Mönchengladbach, 18. Dezember 2025


Laut Internetseite Deutsche Giganetz ist für das Ausbaugebiet Hardt voraussichtlicher Baubeginn: Q 3 2026

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