Rheinische Post - Mönchengladbacher Stadtpost - Samstag, 23. Mai 2026
Abriss des RAF-Krankenhauses dauert bis Ende 2027
von Carsten Pfarr
Mönchengladbach (RP).
Was lange gefordert wurde, wird endlich gemacht:
Auf dem "Wegberger Komplex" - ein etwas abgelegener Teil des "Joint Headquarters" (JHQ)
im Westen von Mönchengladbach - laufen seit dem Frühjahr Abrissarbeiten.
Bis Ende 2027 sollen die einer Sprecherin der
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima)
zufolge dauern.
Die Bima
ist Eigentümerin des etwa 95 Hektar großen Areals,
auf dem ein ehemaliges Krankenhaus der "Royal Air Force" (RAF) steht.
Ende 2025 hatte sie ein Abbruchunternehmen beauftragt und
im Anschluss die
Stadtverwaltung
über die geplanten Arbeiten informiert.
Wie die Bima-Sprecherin
auf Anfrage unserer Redaktion berichtet, läuft bisher alles nach Plan.
Nach vorbereitenden Maßnahmen rollen die Bagger nun zunächst im südlichen Teil des Geländes.
Die Maßnahme ist nicht trivial:
Weil eine Schadstoffbelastung - unter anderem mit Asbest - vorliegt,
müssen vor dem Rückbau teilweise noch Schadstoffsanierungen durchgeführt werden.
"Die Rückbaumaßnahme wird eng von der ökologischen Baubegleitung (öBB)
und der Unteren Naturschutzbehörde der
Stadt Mönchengladbach
begleitet",
betont die Sprecherin.
Eine Zutrittserlaubnis erhielt unsere Redaktion auf Anfrage nicht.
Die Sprecherin verwies zur Begründung auf die laufenden Arbeiten und die Schadstoffbelastung vor Ort.
Das Gelände ist bereits seit vielen Jahren verlassen, also ein sogenannter "Lost Place".
Doch immer wieder dringen vermeintliche Abenteurer illegal ein und betreten dabei auch die einsturzgefährdeten Gebäude.
Das ist lebensgefährlich.
Dazu kommt, dass immer wieder Brände in dem Komplex ausbrechen.
Ob durch Vorsatz oder Fahrlässigkeit, bleibt in der Regel offen.
Fakt ist aber, dass Einsatzkräfte dadurch immer wieder auf das Gelände und in die Objekte müssen.
Im Juli 2019 mussten etwa 100 Feuerwehrleute einen Großbrand löschen.
Die Rauchwolke war weit über die Stadtgrenzen zu sehen.
Nur ein Beispiel für zahlreiche solcher Einsätze - mal größer, mal kleiner.
Als Begründung für den Abriss sagt die
Bima-Sprecherin,
dass "aufgrund mehrfacher Brandereignisse" in der Vergangenheit die Verkehrssicherheit der Gebäude nicht mehr gegeben war.
Außerdem seien Schadstoffe freigelegt worden, die beseitigt werden müssten.
"Insofern war der Komplettrückbau der Gebäude die zielführendste Maßnahme", fasst die Sprecherin zusammen.
Zu den genauen Kosten macht sie auf Anfrage keine Angaben, erklärt aber,
dass die "Gesellschaft für Entwicklung und Sanierung von Altstandorten" (GESA),
ein Projektsteuerer des Bundes, die Rückbaukosten kalkuliert habe und dass diese den Planwerten entsprächen.
Die Aufträge seien durch europaweite öffentliche Ausschreibungen vergeben worden.
Unklar ist noch immer, was mit dem "Wegberger Komplex" langfristig passieren soll.
Die Liegenschaft ist eine der bundesweit 200 Flächen,
für die das Bundesverteidigungsministerium im Oktober 2025 ein sogenanntes Moratorium verhängt hat.
Das heißt, die Fläche darf nicht verkauft oder umgewandelt werden.
Das Ministerium begründete den Schritt damit, dass es Raum für den Aufwuchs der Bundeswehr brauche.
Zum Areal mit dem RAF-Krankenhaus sagt die
Bima-Sprecherin:
"Diese Liegenschaft ist von diesem Moratorium betroffen,
entsprechend sind die Konversionsbemühungen durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ausgesetzt worden.
Diese Prüfung gilt es abzuwarten."