Mehr als 40 Jahre Nacht-Wallfahrt zum Marienheiligtum nach Kevelaer

Zum 44. Mal macht sich eine Pilger-Gruppe aus unserer Gemeinde St.Nikolaus-Hardt in der Nacht zum Samstag auf den Weg nach Kevelaer. In diesem Jahr findet dies am Freitag, 23. September 2022 statt. Die Wallfahrt steht diesmal unter dem Titel "". Leitgedanke 21

Die Coronavirus-Pandemie hat dazu geführt, dass die Menschen sich immer weniger begegnen und teilweise vereinsamen.
Im Jahr 2020 mussten fast alle kleinen und großen Wallfahrten ausfallen und Gottesdienste konnten nur unter Beachtung strenger Hygienekonzepte, Begrenzung der Teilnehmerzahl, ohne Gesang und unter Einhaltung von Abstandsregeln gefeiert werden. Die Wallfahrtskirchen aber waren geöffnet und Menschen haben im Gebet Trost, Hoffnung und Zuversicht geschenkt bekommen. Wenn auch durch die Entwicklung von Impfstoffen für 2022 ein Licht am Ende des Tunnels aufzuleuchten scheint, auch 2022 wird kein "normales" Wallfahrtsjahr.

Pfingsten verdeutlicht: Gottes Geist möchte in uns atmen, Energien in uns freisetzen und uns so Kraft, Mut, Zuversicht, Wärme, Geborgenheit, Sinn, Liebe, Heil und Heilung schenken, also all das, was uns belebt und was wir auch und besonders im zweiten Jahr der Pandemie so nötig brauchen.

Wir laden dazu ein, in Gemeinschaft auf dem Weg zu sein. Wie in den vergangenen Jahren geht eine Gruppe von Mitgliedern der St.Nikolaus-Bruderschaft sowie weiteren Pilgern den gesamten Weg von Hardt nach Kevelaer zu Fuß. Wem Jerusalem oder Rom zu weit weg und der Jakobsweg zu lang ist, der kann gerne einmal mitgehen. Da es bedingt durch die nächtliche Zeit kaum Möglichkeiten zur Einkehr gibt sind seit Jahren ein oder zwei Begleitfahrzeuge samt entsprechendem Fahrer mit dabei.

Foto 21.9.2018 Den Anfang der Wallfahrt bildet ein Segen in der St.Nikolaus-Kapelle am Piperlohof. Von dort führt der Weg über Hausen und Dülken bis zum Haus Berger nach Dornbusch, wo die letzte Einkehr vor der langen Nacht gerne angenommen wird.
Auf dem "alten Römerweg" geht es dann Richtung Straelen über Feldwege und durch Waldgebiete vorbei an den Krickenbecker Seen.

Der Weg ist lang und unterwegs kehrt selbst in der launigsten Pilgergruppe Ruhe ein: Jeder besinnt sich auf den Weg, setzt einen Fuß vor den anderen. Gespräche über private Anliegen und Sorgen oder gesellschaftliche Probleme kosten Kraft, aber helfen auch auf dem Weg. Trotzdem kehrt ab und an nicht nur äußerlich Ruhe ein - auch in den Gedanken. Es gibt dann nur den Pilger und den Weg - alles andere ist Ballast und schwindet. Das muss es sein, das vielbeschworene Pilger-Gefühl: die Reduktion auf das Wesentliche, Schritt für Schritt. Es ist auch ein Luxus, sich Zeit zu nehmen, den Alltag zu entschleunigen. Zeit ist ein kostbares Gut geworden im Informationszeitalter und bei all den Eindrücken und Bildern des Alltags. Ein Ausbruch aus der Schnelligkeit des Lebens, dem Hetzen mit den Verkehrsmitteln im Berufsverkehr. Es ist die Art, sich auf das Wesentliche zu besinnen, raus aus den Zwängen der Geschwindigkeit. Der Weg lohnt sich.

Unterwegs trifft die Gruppe schon mal auf andere Pilgergruppen, die alle das gleiche Ziel haben (oder hatten, weil sie schon auf dem Rückweg sind): die Marienkapelle in Kevelaer.
Über Straelen, das Spargeldorf Walbeck und Lüllingen treffen die Pilger zwischen 9.00 und 9.30 Uhr am Marienheiligtum Foto 22.9.2018 Kevelaer ein, wo sich alle schon auf ein gutes Frühstück im Gasthof "Zum goldenen Schwan" freuen.

Nach dem Frühstück und einer Erholungspause wird in den letzten Jahren meist die persönlich organisierte Rückreise angetreten.

Am folgenden Sonntagabend erwartet die St.Nikolaus-Bruderschaft mit Fahnen und in Uniformen die Kevelaer-Pilgerer bei ihrer Rückkehr nach Hardt an der St.Nikolaus-Kapelle, um gemeinsam zur St.Nikolaus-Kirche zu ziehen, wo der Schluß-Segen erteilt wird.

An der Nachtwallfahrt interessierte Personen können sich noch bis zum Wochenende vorher bei Ralf Hennekes eMail: ralf.hennekes@mg-hardt.de melden. Seit 2013 besteht diese Möglichkeit auch für Nicht-Mitglieder der St.Nikolaus-Bruderschaft.


© Ralf Hennekes
4. Oktober 2021
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