Rheinische Post - Mönchengladbacher Stadtpost - Freitag, 13. März 2026
Bundeswehr übt eine Woche lang im JHQ
Mönchengladbach (RP).
Eine Woche lang werden etwa 80 Soldaten auf dem ehemaligen Militärgelände im Westen Mönchengladbachs
im Einsatz sein.
Dahinter steckt die Übung "Active Volcano".
Was geprobt wird und wann auch die Bevölkerung davon etwas mitbekommt.
Drohnen am Himmel und Schüsse im abgesperrten Gebiet bis Ende nächster Woche ist die Bundeswehr
zum Übungszweck auf dem Gelände des ehemaligen JHQ ("Joint Headquarters") im Westen
von Mönchengladbach im Einsatz.
"Active Volcano" (also "Aktiver Vulkan") heißt die multinationale Übung,
die über mehrere Wochen an verschiedenen Orten in Deutschland läuft.
Was übt die Bundeswehr im JHQ?
Insgesamt nehmen dieses Jahr 300 Soldatinnen und Soldaten aus der Bundesrepublik sowie aus 14 weiteren Nationen
an der Übung teil, die bereits vergangenes Jahr stattfand.
Dabei handelt es sich um eine Übung des Zentrums Operative Kommunikation der Bundeswehr (ZOpKomBw),
wie dieses auf Anfrage unserer Redaktion erklärt.
Ziel sei es, "die Fähigkeiten und Verfahren der Operativen Kommunikation unter Bedingungen der
Landes- und Bündnisverteidigung zu trainieren".
In Mönchengladbach sind demnach etwa 80 Soldaten der taktischen Direktkommunikation im Einsatz.
Diese Kräfte werden zum Beispiel auf vorher festgelegte Personengruppen in einem Gebiet angesetzt.
Ihre Aufgabe kann darin bestehen, deeskalierend auf diese Menschen einzuwirken,
ihr Vertrauen oder ihre Unterstützung zu gewinnen, sie auf eine auf sie abgestimmte Art anzusprechen.
Sie sollen beruhigen und informieren - im direkten Kontakt, über Lautsprecher, mit Flugblättern.
Sie können aber auch für Stör- und Täuschungsoperationen eingesetzt werden.
Als Beispiel nennt die Bundeswehr dafür simulierten Gefechtslärm und Fahrzeuggeräusche.
Damit soll der Gegner abgelenkt und über die tatsächliche Bewegung und Größe der Truppe
getäuscht werden.
Wann findet die Übung statt?
Die Übung "Active Volcano 2026" läuft bereits seit Montag, 9. März. Der
Einsatz in Mönchengladbach startet aber erst am Freitag, 13. März,
und geht dann eine Woche bis einschließlich Freitag, 20. März.
Darüber hatte das Landeskommando Nordrhein-Westfalen die
Stadt Mönchengladbach
sowie den Kreis Viersen und die Stadt Wegberg in Kenntnis gesetzt, die jeweils die Öffentlichkeit informierten.
Wird die Bevölkerung die Übung bemerken?
Ja. Zwar ist das JHQ abgesperrt und damit für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Es werden aber Drohnen über dem Gelände zu sehen sein.
Wie die Bundeswehr unserer Redaktion mitteilt, werden acht dieser "unbemannten Luftfahrzeuge" vor Ort im Einsatz sein.
Sie sollen innerhalb des angemeldeten Übungszeitraums sowohl tagsüber als auch nachts eingesetzt werden.
Laut der Bundeswehr fliegen sie aber "ausschließlich über dem Übungsgelände".
Außerdem im Einsatz sind 25 Fahrzeuge.
Panzer seien nicht dabei, aber "militärische Großfahrzeuge deutscher und befreundeter Nationen
sowie deren Begleitfahrzeuge".
Darüber hinaus kann während der Übung im JHQ geschossen werden - mit Platzpatronen.
Diese "Manövermunition" kann während verschiedener Lageeinspielungen zum Einsatz kommen,
heißt es von der Bundeswehr.
Die betont, dass von dieser Art von Munition "keinerlei Gefahr für die Bevölkerung" ausgehe.
Truppenbewegungen außerhalb des Militärgeländes wird es nur zur An- und Abreise geben,
da sich die übenden Truppen für die gesamte Woche auf dem Areal aufhalten werden.
Warum wird im JHQ geübt?
Laut der Bundeswehr bietet das ehemalige Militärgelände "eine ideale Übungsumgebung",
da es sehr weitläufig und urban ist.
Bereits in der Vergangenheit wurde es für Bundeswehrübungen genutzt.
Und auch die Polizei und der Zoll üben regelmäßig im JHQ.
Das ist bereits vor vielen Jahren von den Streitkräften verlassen worden.
Aktuell befindet sich auf dem mehrere Hundert Hektar großen Gelände eine Erstaufnahmeeinrichtung (EAE),
das Land NRW will dort zudem Inhalt ein Abschiebegefängnis bauen.
Eigentlich wollte die Stadt Mönchengladbach
im JHQ ein Gewerbegebiet ausweisen.
Dieser Plan musste allerdings verworfen werden.
Denn nach dem Moratorium im Oktober wurde im November 2025 bekannt,
dass das Gelände zwischen Bund und Land aufgeteilt wird.
Die Bundeswehr meldete den Bedarf von 150 Hektar an.
Wie sie die nutzen will, ist noch unklar. Der Bau von Kasernen soll im Gespräch sein.